Weltkulturerbe Tango

UNESCO WeltkulturerbeIm September 2009 erklärte die UNESCO den Tango zum immateriellen Kulturerbe der Menschheit. Ein solches Verfahren ist schwierig und wie langwierig , Delegierte aus der ganzen Welt müssen davon überzeugt werden, dem Antrag zuzustimmen. Er ist also etwas Besonderes, dieser Tango.

Die offizielle Beschreibung hört sich so an:

 

„Die argentinische und uruguayische Tradition des Tango, die inzwischen rund um die Welt bekannt ist, wurde durch die städtischen Unterklassen in Buenos Aires und Montevideo rings um das Bassin des Rio de la Plata entwickelt. In dieser Mischung aus Europäischen Immigranten, Abkömmlingen Afrikanischer Sklaven und den als Kreolen bekannten Einheimischen haben sich Gewohnheiten, Überzeugungen und Rituale herausgebildet und in eine besondere kulturelle Identität verwandelt.
Als einer der wesentlichen Verkörperungen dieser Identität, charakterisieren und fördern die Musik, der Tanz und die Poesie des Tangos Vielfalt und kulturellen Dialog.
Der Tango wird in den traditionellen Tanzsälen von Buenos Aires und Montevideo getanzt. Er hat sein Gemeinschaftsgefühl über die ganze Welt verbreitet, auch wenn er sich neuen Umgebungen und wechselnden Zeiten angepaßt hat. Diese Gemeinschaft umfaßt Musikerinnen und Musiker, professionelle und amateurhafte Tänzerinnen und Tänzer, Choreographinnen und Choreographen, Komponistinnen und Komponisten, Texterinnen und Texter, Lehrerinnen und Lehrer die diesen nationalen Kulturschatz vermitteln. Tango wird auch in die Zeremonien des kulturellen Erbes von Argentinien und Uruguay einbezogen, und beweist so die weitverbreitete Begeisterung für diese populäre städtische Musik.“ Soweit der Antrag.

Die Entscheidungsgründe schließlich lauteten (u.a.):

  1.  „Der Tango ist ein musikalisches Genre, das Tanz, Musik, Poesie und Gesang enthält, und er wird als eines der wichtigsten Elemente zur Identitätsbildung der Einwohner der Region Rio de la Plata verstanden.
  2. Die Aufnahme in die Liste des Weltkulturerbes trägt zur Sichtbarkeit des immateriellen Kulturerbes und zu einem besseren Verständnis des Tango als eines regionalen Ausdrucks aus der Mischung unterschiedlicher Kulturen.
  3. Die beiden nominierenden Staaten haben eine Reihe von gemeinsamen und individuellen Sicherungsmaßnahmen vorgestellt: die Bereitstellung von Übungs- und Dokumentationszentren, der Aufbau eines Orchesters, von Museen und Erhaltungseinrichtungen.“

Das alles ist richtig und wichtig, aber es erklärt keineswegs die Faszination, die der Tango seit weit über hundert Jahren und inzwischen in der ganzen Welt entfaltet.

 

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